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Das Wort „Plantage“

Sprechen im Widerspruch

„Ohne Sklaverei keine Baumwolle; ohne Baumwolle keine moderne Industrie.“ … ohne moderne Industrie kein heutiges Europa. In dieser Weise liesse sich Karl Marx, einer der einflussreichsten Denker, weiterspinnen. Offenbar geht es um die eigentlichen Orte des kolonialen Wachstums pflanzlicher Handelsware wie Baumwolle, Kakao, Zucker oder Tabak: um Plantagen.

Plantage, ein regelmässig verwendetes Wort. Der Begriff entstammt dem Lateinischen, abgeleitet von „aus Stecklingen vermehren“. Hier könnte sich zeigen ob wir unseren Wortschatz bewusst oder auch mal gedankenlos ausrichten.

Setzen wir obige Denklinie noch in einen global erweiterten Bezug, denken wir im Sinn der postkolonialen Theorie. Diese stellt Fragen, wie zum Beispiel Was sind Plantagen?

„Plantage“

Plantagen sind seit den frühen Hochkulturen am Euphrat eigentliche Arbeitslager, folglich gehört das Wort in die Gruppe der Rassismen und Euphemismen. Etymologisch meint das französische plante die Pflanze; entsprechend heisst planter„etwas (an)pflanzen“. Das Augenmerk liegt deutlich auf der Pflanze und auf dem eigentlichen Pflanzfeld.

Der Begriff wird meist irreführend angewandt, denn er vertuscht die koloniale Wirklichkeit. Der Ausdruck verschleiert daher, dass es sich zwar um landwirtschaftliche Anbaugebiete, aber auch um eine koloniale „Infrastruktur“ handelt, welche primär eine ausbeuterische Logik bedient(e). Das Wort gehört deshalb entsprechend gekennzeichnet.

Sprache

Was heisst das weiter?
Dass dieser Begriff unsere menschenwürdige Idee weder von Pflanzenkultur noch von Menschenrechten trifft, wird unmissverständlich klar, wenn wir uns vor Augen halten, dass auf Plantagen lokale Kollektive unter Gewalteinfluss zu Arbeit gezwungen wurden bzw. heute noch als „Billiglohnarbeiter“ ungebrochen gezwungen werden.

In einer Welt wechselseitiger Abhängigkeiten gestaltet Sprache vielfältig (gewaltvoll).

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